Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich die Scherben meines früheren Lebens vor mir. Ein zerbrochenes Leben, das ich mit meiner schweren Alkoholsucht fast verloren hätte. Ich war nie eine „Pegeltrinkerin“ gewesen, ich tat einfach eines: ich soff wie ein Loch und wusste längst, dass ich abhängig war, als das vielen anderen noch gar nicht so ganz klar war. Einen Ausweg sah ich aber nicht, waren doch alle Versuche, mit dem Trinken aufzuhören, kläglich gescheitert – damals. Bis ein Tag kam, den ich niemals vergessen werde: ich war so am Ende, dass ich merkte, ich werde sterben, wenn ich jetzt nicht die Kurve kriege. Aber ich hatte keine Hoffnung mehr. Ich saß in meinem Zimmer in einer Obdachlosenunterkunft, hatte alles verloren, was mir wichtig gewesen war und stand dem Tod gegenüber. Dann fiel ich auf die Knie und schrie: Jesus, wenn es Dich wirklich gibt, dann lass mich am Leben und hilf mir…
Dieser Tag ist lange her. Inzwischen bin ich über 18 Jahre lang trocken. Wie knapp es damals wirklich war, erfuhr ich 1 ½ Jahre später. Ich musste zum Arzt, weil ich massive Probleme mit den Beinen hatte und auch mit den Händen. Dabei stellte sich heraus, dass ich eine Polyneuropathie habe in Folge meiner Alkoholsucht. An einem meiner Füße konnten bei Elektroneurografie nur noch schwache Werte festgestellt werden, die Lähmung hatte bereits begonnen und auch an einer meiner Hände sind die Folgen bis heute zu spüren. Meine sonst so distanzierte Ärztin war damals geschockt angesichts der Untersuchungsergebnisse und meinte, ich bin nur um Haaresbreite nicht im Rollstuhl gelandet. Das musste ich damals bitter schlucken, 12 Tage vor meinem 30. Geburtstag.
Denn ich kannte gleich zwei Menschen, die im Rollstuhl gelandet waren mit dieser Erkrankung, beide sind längst tot, es war ein Siechtum und Tod auf Raten, und entsetzlich mit anzusehen. Heute weiß ich, dass Gott mir mit der Schwere meiner Erkrankung, die mich auch heute noch Tag für Tag körperlich belastet, das Leben gerettet hat. Sie ist immer wieder eine Erinnerung daran, was passieren würde, wenn ich noch einmal mit dem Trinken anfangen würde. Ich verstehe diese Krankheit deshalb längst nicht mehr als ein schweres Los, sondern als ein Geschenk der Gnade.
Und ich weiß eines: jeder und jede kann es schaffen. Ich bin nicht die Einzige, ich habe andere erlebt, die tief aus ihrer Sucht durch Jesus den Absprung schafften und heute ein ganz anderes Leben führen. Gott allein ist es, der uns dabei helfen kann, ein neues Leben zu finden und das alte Leben an den Haken zu hängen, da, wo es hingehört.
„Das bedeutet aber, wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen!“ 2. Kor. 5,17 (Neues Leben Bibel)
20. August 2020 um 18:12 Uhr
Hallo!
Ich habe schwer mit meiner Drogensucht zu kämpfen. Habe mehrmals um Hilfe durch Jesus gebeten, aber bisher geschah nichts.
Hast du einen Tipp für mich wie ich zu Jesus finde?
Ich bedanke mich schon jetzt von Herzen!
Liebe Grüße,
Sarah
21. August 2020 um 16:59 Uhr
Hallo Sarah!
Deine Mail habe ich auch gelesen. Lass mir ein paar Tage Zeit, um Dir in mehr als nur zwei, drei Sätzen zu antworten und Dir das Buch zu schicken.
Gott ist mit Dir, wenn Du diesen Weg raus aus der Sucht gehen willst, wie Er damals mit mir war und jeden Tag mit mir ist. Ich hätte damals NIEMALS gedacht, dass ich überhaupt noch eine Woche ohne Vollsuff schaffe und bin mittlerweile über 25 Jahre trocken. Für Gott ist kein Ding unmöglich, auch nicht, einen Süchtigen aus der Sch… rauszuholen.
Ich bete für Dich! Und melde mich so bald, wie es geht.
Christel