Manchmal frage ich mich, in was für einer (Christen-)Welt wir eigentlich leben. Probleme werden unter den Tisch gekehrt, oder Mitbrüder und Mitschwestern, die Probleme haben, gesundheitlicher Art, finanzieller Art oder wie auch immer, werden mit scheelen Seitenblicken bedacht. Als hätten sie eine Krankheit, die man sich selbst nicht einfangen möchte. Manchmal denke ich dann, wie weit wir uns entfernt von dem, was die Bibel eigentlich wirklich lehrt: dass wir in einer ganz und gar nicht perfekten Welt leben und dass wir, solange wir in dieser nicht perfekten Welt leben, auch Krankheiten haben werden, nicht jeder den gleichen Wohlstand erlangen kann und auch nicht jeder problemfrei leben wird.

Ich bin Christ und habe keine Probleme mehr? – dies scheint der Traum vieler zu sein, dabei finde ich dies nicht in der Bibel wieder. Wir haben Probleme, um an diesen zu wachsen, wir haben Zeiten, in denen es wir in der Wüste leben müssen, um gestärkt daraus hervorzugehen.

„Wer sich weigert, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, ist es nicht wert, zu mir zu gehören. >Wer an seinem Leben hängt, wird es verlieren; aber wer es für mich aufgibt, wird es finden.“ heißt es im 10. Kapitel des Matthäus-Evangeliums in den Versen 38 und 39 (Neues Leben. Die Bibel).

Dies ist einer der für mich zentralen Verse, wenn es um die Nachfolge Jesu geht. Da steht nicht davon, oh ihr werdet keine Probleme haben und euer Leben wird von nun an einem Friede-Freude-Eierkuchen-Dasein und einem Wohlfühl-Christentum in klimatisierten Gemeinden und mit allerlei Schnickschnack gleichen.

Und nun schreiben wir das Jahr 2013 und sind herausgefordert, uns zu entscheiden: will ich dieses Kreuz auf mich nehmen, ganz egal wie es aussehen mag? Oder halte ich fest an einem falsch verstandenen Leben, in dem das Ego, das Ich, im Mittelpunkt steht und in dem sich alles nur um mich dreht und darum, dass ich keine Probleme habe?

Ich glaube, dass Jesus auch heute noch heilen kann. Ich glaube, dass Jesus auch heute noch finanzielle Unabhängigkeit und auch Wohlstand schenken kann. Ich glaube, dass Jesus auch heute mitten in unsere schwersten Probleme hineinsprechen und sie lösen kann. Aber wenn dies geschieht, dann ist es der Wille Gottes und nicht, weil wir es so wollen. Wir müssen im Leben durch viele Dinge durch, die wir nicht verstehen, die uns die Kräfte zu rauben scheinen und durch die wir dennoch lernen, zu wachsen.

„Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat.“ steht im  8. Kapitel des Römerbriefs in Vers 28 (Hoffnung für Alle). Daran halte ich mich fest, immer wieder, wie groß die Schwierigkeiten und die Stürme meines Lebens auch sind und sein werden. Weil ich daran glaube, dass Gott nur Gutes mit mir vorhat und nur Gutes für mich bereithält. Und manchmal ist das, was ich für richtig und gut halte, nur ein schwacher Abglanz dessen, was Gott als das Beste für mich bereithält!