In den letzten Jahren haben mir immer wieder gesagt, dass sie mein Vertrauen in Gott bewundern. Mich berührt das sehr, gerade weil es für mich ein so langer Weg war, Gott so zu vertrauen. Im Vertrauen in Gott hapert es bei mir selten. Vieles betrachte ich eher vertrauensvoll mit Sicht auf einen mich bedingungslos liebenden Gott. Mitunter ist mein Vertrauen so kindlich, dass ich über mich selbst staune und weiß mich darin so sehr von Gott geliebt. Ja, mit dem Gottvertrauen, das fällt mir nur noch selten schwer. Vielleicht, weil ich über die Jahrzehnte in meinem eigenen Leben erlebt habe, dass Gott aus Scheiße Gold gemacht hat und mir irgendwann auch das Schlimmste hat zum Besten dienen lassen.
Doch so groß mein Vertrauen in Gott ist, mitunter hapert es bei mir sehr am Glauben. Nicht an dem Glauben an Gott, wobei ich mitunter auch Momente und Stunden habe, in denen ich an Gott zweifle.
Es fehlt mir manchmal der grundsätzliche Glaube, dass die Dinge Sinn machen, die ich mache. Das Bloggen für Gott, das ich alle paar Monate hinschmeißen will, weil ich meine Worte selbst oft so belanglos finde. Das Reden mit Menschen über meinen Glauben, das Vorleben von Vergebung und das Beten für sie, weil ich denke, das bringt sowieso nichts, weil genau diese Menschen nach Jahren immer noch in ihrem Sumpf stecken und Vieles nur noch schlimmer statt besser wird.
Doch dann kam eine plötzliche, unerwartete Wende. Vor ein paar Wochen habe ich, inspiriert von einer Predigt über das Senfkorn Glauben, ein langes Gebet gesprochen. Manchmal bitte ich Gott darum, mir Vertrauen in Ihn zu schenken. Doch das ist nur sehr selten und meist nur sehr kurz. Aber dieses Gebet um nur ein Senfkorn Glauben war sehr lang. Ich habe alles in dieses Gebet gepackt, was in den Sinn kam, wofür ich ein Senfkorn Glaubeb brauche. Auch, dass Gott mir zeigen soll, dass mein Leben tatsächlich noch einen Sinn macht, obwohl mich meine körperliche Krankheit manchmal in Tiefen zieht, in denen ich einfach nicht mehr kann und will.
So Vieles war in diesem Gebet enthalten. In den Tagen und Wochen danach hat Gott nach und nach einige der Teile dieses Gebets um einen Senfkorn Glauben beantwortet. Ja, es ist nicht immer alles perfekt. Und ja, manchmal toben die Zweifel laut und der Glauben will sich wieder zurückziehen in irgendein Loch und sich verkriechen.
Anders als mein Vertrauen in Gott, das so selten vergeht und das auch in schwierigen Zeiten da ist und mich trotz sehr schlimmer Nachrichten immer noch trägt, hapert es bei mir mitunter an Glauben. Ich wünsche mir für mein Leben, dass mein Senfkorn Glauben so wächst, wie mein Vertrauen in Gott gewachsen ist. Aus einem sehr kleinen Samen, den Gott in mein Herz gepflanzt hat, ist etwas Großes und Wunderbares entstanden.
Und was ich mir noch wünsche? Dass Gott den Menschen, denen es so schwer fällt zu vertrauen, das Vertrauen ins Herz pflanzt, so wie Er es bei mir getan hat. Dass Gott den Menschen, denen das Glauben so schwer fällt, ein Senfkorn Glaube einpflanzt ins Herz. Das wünsche ich mir von Herzen und dafür bete ich. Weil ich weiß, wie sehr sich ein Leben verändern kann, wenn das Vertrauen in Gott wächst und wenn Glauben dich vom Boden aufhebt und in eine neue Richtung führt.
Neueste Kommentare