Schau dir die an, die trägt keinen Rock.
Schau dir den an, der hat lange Haare.
Schau dir die an, die hört Rockmusik.
Schau dir den an, der hat einen Fernseher.
Schau dir die an, die hat einen Ungläubigen zum Mann.
Schau dir den an, der zeichnet Comics.
Alles vom Teufel, alles nicht vom Herrn.

Ich habe mich gerade bei Youtube durch ein paar Songs gehört, und bei so manchem Kommentar blieb mir dann echt die Spucke weg. Leben wir denn immer noch in der Vergangenheit, unter dem Gesetz? NEIN! Jesus hat uns davon befreit.

Aber er macht uns auch klar: zeigt nicht mit dem Finger auf andere.

Nur weil der andere oder die andere einen anderen Lebensstil hat, wenn er und sie zu Jesus gehören, seid ihr ein Volk, Brüder, Schwestern, Geliebte des Herrn.

Mich macht es immer wieder traurig, wie viel Gesetzlichkeit es immer noch unter Christen gibt. Wie viele Wunden werden Tag für Tag in Herzen geschlagen, wie viele Jugendliche rennen weg von Gott, vor Gott, weil sie glauben, er ist ein Gott der Strafe, und nicht wissen, wie sehr er sie liebt.

Mich macht es traurig, dass Gott mit den Augen der Angst gesehen wird. Bist du nicht, wie wir es wollen, dann kannst du auch nicht glauben. Bist du anders als wir, dann gehörst du nicht zu uns und Gott will dich sowieso nicht.

Leute, hört auf an das zu glauben, was euch religiöse Geister Tag für Tag einflüstern wollen. Jesus wurde nicht ans Kreuz genagelt, damit das Gesetz uns unterjocht, sondern dafür, dass wir vom Gesetz befreit sind und die Trennung zwischen Gott und uns aufgehoben wurde.

Es geht nicht um Religiosität, wenn es um Gott geht. Er ist das Zentrum, die Antwort auf alle Fragen. Sei, der du bist, sei, die du bist. Und lass dich nicht verbiegen von anderen, die dir sagen wollen, welchen Weg du mit Gott zu gehen hast. Bleib bei deinem eigenen Style, und wenn das Gott nicht passt, wird er es dir zeigen, mit Liebe und nicht mit erhobenem Zeigefinger.

Religion ist heilbar? Ja! Weil es bei der Sache mit Jesus nicht um Religion, nicht um Gesetz, nicht um stupide Regeln und Rituale geht, sondern EINFACH um Liebe. Die Liebe, die völlige Liebe, die Gott uns erwiesen hat, als er seinen Sohn zu uns Menschen geschickt hat und ihn für uns ans Kreuz nageln ließ.

Gott liebt uns, dich wie mich. So wie wir sind. Gott will nicht, dass wir uns verbiegen, und auch nicht, dass wir uns verbiegen lassen, sondern will uns so, wie wir sind. Und wenn er uns ändert, dann weil er uns liebt. Er ist der, der uns Kraft gibt, uns zu verändern, da, wo es noch hakt. Aber das ist keine Hose, das ist kein Fernseher, das ist keine Rockmusik. Es ist das in uns, was uns von ihm trennt. Und die Brücke müssen wir nicht schlagen, durch abstruse Wege und Selbstkasteiungen, sondern er es ist, der den Weg für uns bereitet und uns die Kraft gibt.

Mich macht es traurig, wenn Menschen um ihre Art des Lebens willen von anderen Christen verfolgt werden. Wir sind ein Leib, ein Volk, Geschwister im Herrn. Und der eine mag eben das Kopftuch, der andere steht auf einen anderen Style. Aber alle sind wir die Kinder eines Gottes, der uns eine klare Ansage gemacht hat:

„Darum geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen! Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28,19-20, Gute Nachricht Bibel)

DAS ist unser Auftrag, nicht das Herabsehen auf andere, egal welcher Richtung des christlichen Glaubens. Wir sind Berufene im Herrn, nicht Herabseher auf die, die anders sind, als wir es gerne hätten. Die Welt da draußen ist eine verlorene Welt, die Menschen da draußen brauchen keine Religion – sie brauchen Gottes Liebe. Und nur wir sind es, die sie ihnen bringen können, und wir verheddern uns oft im Kleinkram und Kleinkrieg untereinander, anstatt die Liebe Gottes auszuteilen.

Ja, ich weiß. Manchmal ist es schwer. Und es schlägt Wunden, die manchmal einfach nicht heilen wollen. Die hat zu mir gesagt, der hat zu mir gesagt, die hat das gemacht, der hat das getan. Ja, ich weiß. Auch ich habe viel Gesetzlichkeit erlebt. Weil ich anders bin. Weil ich meist schwarze Klamotten trage, weil ich harte Musik höre, weil ich die Dinge gerne hinterfrage (Gott hat mir nun mal eine Menge an Intelligenz mitgegeben, ich kann da auch nichts dafür ;-)) und weil mein Lebensstil sowieso sicher nicht jedermanns Sache ist. Aber eines weiß ich ganz sicher: Gott liebt mich, wie ich bin.

Und das ist die frohe Botschaft meines Lebens, die Gute Nachricht, die ich im Herzen trage. Jesus starb für mich, und wenn ich auch mal echt derbe unten war, so hat er mich damals nie losgelassen und lässt mich auch heute nicht los. In seiner Liebe kann ich leben, jeden Tag. Auch wenn ich mit den alten Wunden der Gesetzlichkeit immer noch kämpfe, und den Blicken, den Worten, dem Anderssein als die Masse. So weiß ich doch, dass Jesus für mich gestorben ist. Damit ich nicht ohne Gott leben muss, sondern mit ihm leben kann.

Ich glaube, eine größere Wahrheit kann es niemals geben als Gottes Liebe.

Jesus, ich bitte dich, befreie mich, befreie dein Volk, von Religiosität. Zeig uns, wie sehr du uns liebst, aber auch, wie sehr du die liebst, die einen anderen Glaubensstil haben als wir. Mach uns eins in dir und in deiner Liebe. Lass uns einander ansehen, nicht auf andere herabsehen. Lehre uns lieben, einander, und auch dich. Ganz ohne Religion, sondern mit einfachem Herzen. Dies ist mein Gebet in dieser Nacht, zu dieser Stunde. Und hole die zurück, die durch Religion und Gesetzlichkeit aus deinem Volk getrieben wurden, Jesus. Und vergib mir, da wo ich gesetzlich und religiös gehandelt oder geredet habe.