Wenn ich in ein Gespräch einfließen lasse, dass ich Christin bin. Ernte ich manchmal ganz unterschiedliche Reaktionen. Am größten ist dann wahrscheinlich das Erstaunen. Du und gläubig? Vielleicht mag das dem einen oder anderen wirklich schwerfallen, diese Seite an mir zu sehen. Weil ich intelligent bin vielleicht (weit über Durchschnitt). Weil ich ein unabhängiger Mensch bin. Weil ich auf einen freien Willen poche. Weil ich bin, wie ich bin. Wenn dann aber diese andere Seite in mir zum Vorschein kommt. Der Mensch, der glaubt. Der Mensch, der sein Leben in Gottes Hand gelegt hat. Der Mensch, der in allem Schlechten auch das Gute finden kann. Dann kommt eine andere Art von Erstaunen. Eher ein nicht fassen können, dass ein freier Mensch wie ich sich so abhängig macht von Gott. Und auch von Gottes Willen. Was macht einen Christen eigentlich aus, frage ich mich dann ab und an. Was erwarten die Menschen, wie ein Christ zu sein hat, frage ich mich.
Sind Christen durch die Bank weg konservative Spießer? Wollen Christen immer alles besser wissen? Stehen Christen über allem? Erwarten Christen von anderen Menschen perfekt zu sein, wenn sie zu Gott finden?
Was ich weiß: ich passe in keine Schublade. Ich bin, die ich bin. Gemacht von dem, der Er ist. Der Schöpfer des Universums, der Schöpfer dieser Erde. Der Gott, dem wir so was von egal sein könnten. Aber dem wir es nicht sind. Und vielleicht ist es das, was gläubige Christen ausmacht in ihrem Kern. Dass sie wissen, es gibt da einen, der über allem steht. Der da ist. Jederzeit und in jeder Situation. Der die Menschen liebt, sich um die sorgt, die Guten wie die Schlechten.
Das Herz eines Christen
Ich bin in meinem Leben so vielen Christen begegnet. Menschen, die sagten, sie seien Christen, aber nur den Namen trugen, nicht aber das Herz eines Christen in sich hatten. Solche Menschen verletzen, ich weiß. Solche Menschen können Menschen, die nach Gott suchen, von Gott wegtreiben, ich weiß. Aber ich war auch mal so. Für mich war die Bibel mehr ein Gesetzbuch denn eine Antwort. Obwohl ich in meinem Herzen wusste, dass Gott Jesus für jeden von uns ans Kreuz hat nageln lassen. Hatte ich keine Gewissheit in meinem Herzen, dass es aus Liebe geschah. Aus Liebe zu den Menschen. Aus Liebe zu jedem Einzelnen. Aus Liebe zu mir.
Gott erwartet keine perfekten Menschen
Erst als ich das begriffen hatte, war mir klar, dass ich als Christin nicht perfekt sein muss. Und im Laufe der Jahre habe ich verstanden, was mich als Christ ausmacht. Dass mein Herz Gott gehört, in guten Zeiten und in schlechten Zeiten. Dass ich auf Ihn höre, wenn es um mein Leben geht. Dass ich Gott vertraue, dass Er den besseren Überblick hat als ich. Dass mein Leben Ihm gehört. Weil ich weiß, dass ich ohne Gott nicht leben kann. Für mich gibt es zum Leben mit Gott keine Alternative. Für mich ist Jesus ans Kreuz gegangen. Und hat damit für mich eine Botschaft der Liebe hinterlassen. Diese Liebe will ich Leben. Diese bedingungslose Liebe Gottes will ich erfahren. Jeden Tag aufs Neue.
Hör auf das, was Gott Dir sagen will
Was einen Christen ausmacht? Höre auf Dein Herz, und das, was Gott Dir sagt. In seinem Wort, in Predigten, die bei Dir hängen bleiben, in Antworten auf Deine Gebete. Nur eines kann ich Dir sagen, was einen Christen nicht ausmacht: das Hängen auf zwei Seiten. Irgendwann muss sich jeder von uns entscheiden, auf welcher Seite er stehen will. Niemand kann zwei Herren dienen, das steht schon in der Bibel. Und mit all den vielen Jahren Lebenserfahrung und vielen Jahren als Christin kann ich nur eines sagen: da ist eine Menge Wahres dran. Deshalb habe ich mein Leben Gott geschenkt, der der Maßstab meines Lebens geworden ist.
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