Seit einigen Wochen bekomme ich immer wieder einen Bibelvers von Gott um die Ohren, der mich sehr zum Nachdenken bringt – und von dem ich weiß, dass er mitten in meine Situation spricht: „Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen,“(5. Mose 30,19, Elberfelder).
Ich weiß, dass dieser Vers etwas Grundlegendes für mein Leben bedeutet, dass es um eine Entscheidung geht, vielleicht die wichtigste Entscheidung meines Lebens. Inzwischen verstehe ich den Zusammenhang zumindest teilweise. Und doch hänge ich fest damit, weil ich nach wie vor nicht weiß, WAS der Segen und was der Fluch ist in meiner konkreten Situation.
Für mich hat vor gut 1 ¼ Jahren ein völlig neues Leben begonnen, als ich in der Nacht von 10. auf den 11. Dezember 2012 einen Traum von Gott bekommen hatte. Einiges davon habe ich am Tag des Aufwachens verstanden, einiges in den Tagen danach, das eine und andere wurde im Lauf der Monate klarer. Und ich weiß, es ist der wichtigste Traum, den ich je hatte, weil er mir Wegweisung und Führung geben soll.
Doch eines weiß ich nach wie vor nicht: wie ich mich entscheiden soll. War es ein Warntraum? Oder war der Traum, in dem ich mich zwischen zwei Richtungen, dem Segen und dem Fluch, entscheiden muss, die Richtungsvorgabe von Gott, was den der Segen ist, und dass die Entscheidung gegen den Segen den Fluch bedeutet?
Dieser Traum hat mein Leben verändert. Ich bin ein Mensch geworden, der früher Angst vor anderen Menschen hatte. Als Kind hatte ich mit einer Soziophobie zu kämpfen, die ab und an auch heute immer noch mal wieder an die Oberfläche kommt. Doch seit jenem Traum und meiner Entscheidung, den Weg zu gehen, den Gott mir vorgibt und nicht mehr mein eigenes Ding zu machen, habe ich mich auf wunderbare Weise verändert. Ich bin offener geworden, die Angst vor anderen Menschen ist nur noch ab und zu da, aber ich kann sie meistens überwinden und muss nicht mehr sprachlos und gefangen in einer großen Schüchternheit vor anderen Menschen stehen und kriege den Mund nicht auf für das, was ich wirklich sagen möchte.
Seit jenem Traum ist vieles anders geworden in meinem Leben. Und meine Beziehung zu Gott ist inniger geworden, als sie es jemals zuvor war. Vieles verstehe ich immer noch nicht, und versuche, zwischen Segen und Fluch den richtigen Weg zu finden. Aber ich weiß, Gott ist jeden Moment bei mir. Und gibt mir ab und zu einen heftigen Stups, wenn ich wieder mal zu sehr in die falsche Richtung gehe. Und lächelt, wenn ich auf dem richtigen Weg unterwegs bin, weil ich tatsächlich mal was richtig verstanden habe von dem, was Er mir gesagt hatte.
Und so gehe ich nun langsam auf die 50 zu und fühle mich dennoch immer wieder so, als wäre ich noch in den Kinderschuhen und würde gerade erst laufen lernen in meinem Leben mit Gott. Und alles ist ein Abenteuer und ich schaue neugierig auf, um zu sehen, was alles um mich geschieht. Dabei stolpere ich manchmal vor lauter schauen und falle manchmal sogar hin, aber mein himmlischer Papa hilft mir immer wieder auf.
Und Er erwartet auch nicht, dass ich perfekt laufen kann. Das muss ich nicht und werde ich auch nicht müssen, solange ich lebe. Denn Gott erwartet von mir nicht, dass ich bereits jetzt perfekt bin, sondern nur eines: dass ich Seine Gnade und Seine große und wunderbare Liebe annehme…
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