Wenn wir Menschen begegnen, sei es für einen Moment, eine kurze Zeit, viele Monate oder Jahre, oder gar ein ganzes Leben, sehen wir diese Begegnungen oft als ein Geschenk oder aber als eine Last an – und mitunter hadern wir sehr mit dem Schicksal, das es mitunter so gar nicht gut mit uns zu meinen scheint. Andere Menschen glauben, die Begegnungen, die wir haben, sind kein Schicksal, sondern die Menschen, die uns begegnen, begegnen uns aus zufällig, aus Zufall und kein Sinn würde dahinter stecken.

Doch Zufall auf der einen Seite, Schicksal auf der anderen, Geschenk oder Bürde, es gibt keine Zufälle. Immer wieder wurde in der Menschheitsgeschichte viel diskutiert, darüber, dass der Mensch und seine Taten vorherbestimmt sein, lange wurde das Menschenbild vom Determinismus geprägt. Während die einen dann nur glaubten, dass die Ereignisse, die geschehen, vorherbestimmt sind, glaubten andere gar daran, dass es nicht nur die Ereignisse sind, sondern auch die Handlungen und Taten und die Entscheidungen der Menschen. Dies macht fühlende Menschen letztlich zu Marionetten, die nicht die Möglichkeit haben, eigene Entscheidungen zu treffen.

Mitunter wird der christliche Glaube als Determinismus gebrandmarkt, bei dem die Christen nicht mehr selbst entscheiden könnten, und sowieso alles schon vorherbestimmt sei, egal was geschieht. Doch in Gottes großem Plan für uns Menschen, für jeden Einzelnen, ist eines enthalten, das viele oft vergessen: Gott hat uns, einem jedem und einer jeden von uns einen freien Willen gegeben. Wir können uns entscheiden, ob wir Weg A nehmen oder Weg B oder uns erst einmal auf Weg C aufhalten. Und eines ist dabei entscheidend: Gott drängt uns nicht Seinen Willen auf.

Wir haben immer die Wahl, zu entscheiden, was wir tun, welche Richtung wir einschlagen. Vorherbestimmt ist nichts, ob wir mit Gott gehen oder nicht, ist unsere freie Entscheidung. Eine andere Sache ist, dass Gott schon vorher weiß, in welche Richtung wir gehen, welchen Weg wir wählen und wie wir handeln werden. Deshalb ist es für Gott kein Zufall, wenn wir bestimmten Menschen begegnen, sei es nur für kurz oder sei es für eine ganze lange Zeit. In Seinem großen Plan, der größer ist, als wir mit unserem begrenzten Denken, hat Er dies alles eingeplant – ohne jedoch, und das ist wichtig! – unser Handeln vorherzubestimmen. Denn dann wären wir wieder da, wo wir nicht sein wollen und von Gott aus auch nicht sein sollen: beim Determinismus.

Ich glaube, das ist wichtig, dass wir uns auf der einen Seite bewusst machen, dass wir einen freien Willen haben, auf der anderen Seite jedoch Gottes großen Plan nicht vergessen sollten, für unser eigenes Leben und für das Leben anderer Menschen. Auch für das Leben der Menschen, die uns im Laufe der Zeit begegnen, für einen kurzen Moment, für einige Zeit oder für ein ganzes Leben.

„Er sagt: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn wie der Himmel die Erde überragt, so sind auch meine Wege viel höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Jesaja 55,8-9 (Hoffnung für Alle)