Wo geht es hin in meinem Leben? Diese Frage stellen sich Tag für Tag Menschen jedweden Alters. Und mitten im Schilderwald des Lebens fühlen sich viele dann verloren. Die einen sehen zu viele Wege, die andere sehen gar keine mehr, viele fühlen sich um das Leben betrogen während andere einen falschen Weg um den anderen gehen.

Gutgemeinte Ratschläge helfen da selten weiter, jedes Leben ist anders, jede Sichtweise ist anders, jeder Mensch ist anders. Und: jeder Lebensweg ist ein ganz eigener, den man letztlich nur selbst gehen kann – selbst wenn andere einen ganz anderen Weg für einen sehen.

Sich im Schilderwald des Lebens dann nicht zu verlieren, ist schwer. Sehen wir doch auch Richtungen, in die wir nicht gehen sollen und es dennoch tun. Und dann in Sackgassen kommen, die uns nicht guttun, oder dann Umwege gehen müssen, die sehr schmerzhaft sein können.

Doch es ist auch Hoffnung da, nicht ganz alleine durch die Verwirrungen und Irrungen und Wirrungen des eigenen Lebens gehen zu müssen, und das ist der Heilige Geist. Wurde er uns doch als Begleiter gegeben, als Jesus sich von dieser Welt verabschiedete – und doch vergessen wir das oft. Ich merke immer wieder, dass ich manchmal ganz schön die Richtung aus den Augen verliere und vor lauter Lebensschildern völlig überfordert bin. Dies ist mir gerade in der Umbruchsphase bewusst geworden, durch die ich seit einigen Monaten gehe. Irgendwie war plötzlich nichts mehr, wie es war, und mir fiel es plötzlich schwer, die Schilder, die sich mir in den Weg stellten und die sich auf meinem Weg auftaten, richtig lesen und verstehen zu können. Ich habe viele Fehler gemacht in dieser Zeit, verzeihbare, weniger verzeihbare, aber alle waren sie schmerzhaft. Doch letztlich ist es Gott, der diese Fehler und diese daraus entstehenden Scherben zu etwas Gutem verwandeln kann, wenn wir Ihm diesen ganzen Mist aus falschen Wegen bringen.

Im Schilderwald meines Lebens habe ich mich oft verirrt und werde dies wohl immer wieder auch tun. Aber mit der Hilfe Gottes können daraus Dinge entstehen und Möglichkeiten, die ungeahnte (positive) Ausmaße nehmen können. So ist mein Glas immer halbvoll gefüllt statt halbleer, und ich habe gelernt, die Möglichkeiten zu sehen, die mein Leben bietet, anstatt die Begrenzungen durch Krankheiten und andere Probleme frustriert hinnehmen zu wollen. Das Leben findet heute statt, in diesem Moment, und nicht erst morgen und auch nicht im Gestern. Und in diesem Moment ist mein Gebet, dass ich das richtige Schild richtig entziffern kann, um den JETZT (!) richtigen Weg zu finden für mich und mein Leben. Und das kann ich nur mit Gott und nicht ohne Ihn!