Bedingungslos ist eines jener Wörter, die so viel Inhalt und Gehalt haben, dass ich nicht oft wage, sie aufsprechen. Bedingungslos. Niemals. Für immer. Kann ich Gott bedingungslos vertrauen? Ist deshalb eine jener Fragen, die mich schon seit Jahren beschäftigen. Bedingungslos, das bedeutet völlig, ganz, ohne einen einzigen Funken Bedenken, ohne jeden Widerspruch. Bedingungslos vertrauen, das bedeutet vertrauen, egal was passiert, egal, wie mir das Leben gerade um die Ohren fliegt.
Es ist nicht ohne Grund, dass ich diesen Text heute schreibe. Gott fordert mich, wieder einmal, heraus, Ihm ganz, Ihm bedingungslos zu vertrauen. Als Selbständige bin ich darauf angewiesen, dass meine Auftragsbücher voll sind, damit ich von meiner Arbeit leben kann. Zahlt Dein ein Kunde nicht. Oder wie im aktuellen Fall, stellt ein Kunde plötzlich wegen Umplanungen seinerseits einen Teil meiner Arbeit oder meine gesamte freiberufliche Tätigkeit bei ihm ein, stehe ich da, und weiß erstmal nicht, wie es weitergeht.
Solche Zeiten lässt Gott nicht ohne Grund zu
Früher hat mich so was immer fertig gemacht. Ich bin depressiv geworden, weil Geld nun mal ein heikles Thema für mich ist (was mit meiner Lebensgeschichte zu tun hat). Reicht das Geld nun nicht mehr aus, um alle Rechnungen für den kommenden Monat zahlen zu können. Und auch nicht zu wissen, woher die Miete für Mai dann kommen soll. Kann das einen in den Abgrund ziehen.
Und doch vertraue ich Gott bedingungslos. Weil Er mir das Versprechen gegeben hat, mich zu versorgen, solange ich Seinen Weg gehe, und nicht wieder mein eigenes Ding mache. Wahrscheinlich lässt Gott deshalb solche Zeiten auch zu. Damit ich mir immer wieder meiner Abhängigkeit bewusst werde. Und dass ich mich auch immer wieder hinterfrage, welchen Weg ich gehen will.
Gott sieht unser Herz
5 So spricht der Herr: »Verflucht sei, wer sich von mir abwendet und sich nur noch auf Menschen oder seine eigene Kraft verlässt.
6 Der ist wie ein kümmerlicher Wacholderstrauch in der Wüste, der versucht, auf salzigem, unfruchtbarem Boden zu wachsen – er wird nicht viel Glück haben.
7 Aber Segen soll über den kommen, der seine ganze Hoffnung auf den Herrn setzt und ihm vollkommen vertraut.
8 Dieser Mann ist wie ein Baum, der am Ufer gepflanzt ist. Seine Wurzeln sind tief im Bachbett verankert: Selbst in glühender Hitze und monatelanger Trockenheit bleiben seine Blätter grün. Jahr für Jahr trägt er reichlich Frucht.
9 Nichts auf dieser Welt ist so hinterhältig und verschlagen wie das Herz des Menschen. Wer kann es durchschauen?
10 Nur ich, der Herr, kann es! Ich prüfe jeden Menschen bis in sein tiefstes Innerstes hinein. Ich werde jedem das geben, was er für seine Taten verdient.« Jeremia 17,5-10
Das hört sich auf der einen Seite ziemlich hart an, oder? Und doch ist es so. Gott sieht unser Herz, und hinter unsere Masken. Vor Ihm können wir nicht verstecken, wie wir wirklich sind. Deshalb können wir authentisch sein, vor Gott, und auch vor den Menschen. Weil wir wissen, dass Gott sowieso alles sieht und alles weiß. Ich habe mich früher immer auf meine eigene Kraft verlassen, und die Dinge mit mir selbst ausgemacht. Nach Gott habe ich dann erst gerufen, wenn die Kacke so richtig am Dampfen war. Das ist heute anders.
Ich kann vertrauen, weil Gott am Ruder meines Lebens ist
Das ist heute anders. Egal, was ist, und wie hart es mich trifft. Meine erste Adresse ist immer Gott. Weil ich weiß, dass ich ihm bedingungslos vertrauen kann. Auch wenn ich eine Scheiß Angst habe, dass mein Leben plötzlich wieder zusammenbricht, und ich vor dem Nichts stehe. Doch ich bin nicht am Ruder, weil ich Gott das Ruder meines Lebens überlassen habe. Bis ich an den Punkt kam, ist eine Menge Schlimmes passiert. Aber durch all das, und was Gott daraus zum Teil sehr Gutes hat werden lassen, habe ich gelernt, dass ich Gott vertrauen kann. Ich weiß nicht, wie viele Umwege ich noch gehen muss in meinem Leben. Aber ich weiß, dass egal was ist, ich jederzeit mit Gott reden (das nennt sich Beten!) kann. Egal wann, egal wo. Und nicht nur für mich selbst. Sondern auch für die Menschen, die mir Gott auf mein Herz legt.
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