Wo die Reise hingehen soll

In den letzten Monaten habe ich viel nachgedacht. Nun, es gehört zu meinem Wesen, viel nachzudenken. Dadurch habe ich in meinem Leben oft viele wichtige Entscheidungen verpasst, oder aber auch die falschen getroffen, bin in falsche Richtungen gegangen, weil ich das Leben „zerdacht“ habe, anstatt es zu leben. In den letzten Monaten wurde mir immer mehr bewusst, dass die Reise, auf der ich unterwegs bin, in zwei Richtungen gehen kann.

Es kann der breite Weg sein, der einfache Weg, in dem ich vieles selbst entscheide, mein Ding im Leben mache, weiter lebe wie bisher mit viel Arbeit und wenig Zeit für das Wesentliche. Aber es kann auch der schmale Weg sein, der durchaus unbequemer sein könnte, auf dem ich meine Entscheidungen dem Willen Gottes für mein Leben anpassen muss – und so manche für mich über eine Zeitlang, wenn nicht gar über Jahre, hinweg für mich unverständlich bleiben werde. Und es bedeutet auch, den Weg oft allein gehen zu müssen, weil unbequeme Wege und Entscheidungen oft zu einem Alleinsein führen, das der breite Weg nicht kennt. Weil der Weg, ob breit oder schmal, den Unterschied macht zwischen einem Leben mit Glauben an Gott oder einem Leben mit Gott und der Fokussierung auf die Nachfolge.

Wo die Reise hingehen soll, das habe ich mich in den letzten Monaten oft gefragt, und immer wieder Gott dabei gesagt: wo Du willst, dass ich hingehe, dort werde ich auch hingehen, weil ich weiß, dass Dein Weg der Beste für mich ist. Für mich hätte dies bedeutet können, dass ich weggehen muss von hier. Von einer Stadt, für die ich eine Fremde war und die mir über die Jahre hinweg zu einer Heimat geworden ist, wie ich sie zuvor nicht kannte. Ich habe Gott gesagt, wenn Er will, dass ich zurückgehe, dahin wo ich aufgewachsen bin, dann werde ich gehen, auch wenn es bedeuten würde, dass ich das, was ich hier so liebe, aufgeben müsste. Und nach allen Tränen und nach aller Zusage: Herr, wenn Du mich dorthin sendest, dann werde ich gehen, hat Gott mir gestern deutlich gemacht: du bist HIER zuhause, hier ist der Platz, an dem ich dich haben will, du hast nicht ohne Grund eine Vision für diese Stadt bekommen und Liebe ins Herz für die Menschen dieser Stadt.

Hier ist mein Land Kanaan. Auch wenn hier Milch und Honig eher weniger fließen, so ist es doch mein „Land“, in das Gott mich gesendet hat. Und was der Herr mir heute Morgen auch noch einmal durch Sein Wort bestätigt hat:

Der Herr sagte zu Abram: „Geh fort aus deinem Land, verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ 1. Mose 12,1 (Hoffnung für Alle)

Wir alle sind auf der Reise unseres Lebens. Wir alle treffen Entscheidungen, für Gott, gegen Gott, gegen den Glauben oder für den Glauben, gegen eine Nachfolge oder für ein Leben, in dem Gott die erste Rolle spielt. Ich habe viele Fehler gemacht in meinem Leben, ich habe Entscheidungen gefällt, die nicht gut waren für mich und/oder die nicht gut waren für andere. Mit den Konsequenzen dieser falschen Entscheidungen, die ich getroffen habe, ohne Gott nach Seinem Weg und Willen für mich zu fragen, muss ich leben. Manche dieser Konsequenzen sind seit vielen Jahren sehr schmerzhaft, aber nichts von dem was war, kann ich jemals wiedergutmachen – denn Leben geht immer nur nach vorwärts. Aber in der Gegenwart will ich keine Entscheidung mehr ohne Gott treffen. Da wo Er  mich hinsendet, da will ich hingehen, und wo Sein Weg für mich ist, da will ich gehen. Und wisst ihr eines? Immer wenn ich Gottes Willen und Seinem Weg für mich gefolgt bin, habe ich Dinge erlebt, die so unbegreiflich waren, dass ich sie manchmal selbst nicht glauben konnte. Aber so sind Wunder nun mal, sie begegnen uns dann, wenn wir uns auf eine Nachfolge einlassen, die weit über das Sonntagschristentum hinausgeht.

2 Kommentare

  1. Ich brauche eine Vision, wo ich bald hingehen kann. Denn wo ich jetzt bin, ist alles blockiert, ein Leben mit Gott, wahrer Segen usw.

    Wer mag, kann für mich beten.

    • Liebe Susanne, möge Gott Dich führen auf Deinem Weg. An den Kreuzwegen des Lebens stehen keine Wegweiser, habe ich mal gelesen. Und so ist es wohl. Manchmal wissen wir nicht, wo die Reise hingehen soll. Ich bin auch oft in meinem Leben in die falsche Richtung gelaufen. Und versuch, Dich nicht selbst zu stressen mit dem, dass Du nicht weißt, wo es hingehen soll. Gott gibt uns mitunter auch bewusst solche Zeiten, in denen wir ratlos dastehen und nicht wissen, ob wir nach A oder B gehen sollen oder was nun ansteht. Möge Gott Dir ein ruhiges Herz schenken, dafür habe ich auch gerade gebetet. Sei gesegnet und bleib gesund!

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