Der ganz und gar nicht perfekte Christ

Eines gleich vornweg: Christen müssen nicht perfekt sein. Und brauchen es auch nicht. Irgendwie muss sich irgendwann in der Geschichte der Christenheit eingeschlichen haben, dass man einen Christen daran erkennt, dass er perfekt ist. Und nie auch nur einen Fehler macht. Und sich zudem alles von jeder und jedem gefallen lässt. An genau diesen Punkten sind viele Menschen zerbrochen, an diesen überzogenen Ansprüchen, die auch von den Gemeinden oder Gemeindemitgliedern gestellt wurden (und werden), haben Gott dann aus ihrem Leben verloren oder den Faden zu ihrem Glauben. Doch wir müssen nicht perfekt sein.

Wer die Bibel richtig liest, der wird merken, dass Gott gerade mit ganz und gar nicht perfekten Menschen Geschichte geschrieben hat. Es ging und geht nicht darum, dass wir zu einem Idealbild werden sollen – das schaffen wir sowieso nicht. Dies ist zum Scheitern verurteilt, bevor es überhaupt richtig anfängt.

Gott möchte indes eines: dass wir eines tun, wenn wir Jesus Tod am Kreuz als Punkt unserer Erlösung angenommen habe – Ihm nachzufolgen. Dass wir dabei stolpern werden, ist bereits in Seinem Plan enthalten. Dass wir uns dabei mitunter ganz schön verlaufen können, auch. Dass ist Ihm aber viel lieber, als wenn wir halbgare Christen werden, die nach außen hin einen Heiligenschein tragen, aber deren Keller vor lauter Leichen so sehr strotzen, dass sie weder anderen Menschen noch Gott selbst noch die Tür öffnen können.

Gott will uns so, wie wir sind, als ganz und gar nicht perfekte Christen, als Menschen, die im Zuge ihrer Erlösung erkannt haben, dass der Weg mit Gott der einzige sein soll, den sie in ihrem Leben geben möchten. Wir müssen uns deshalb auch von dem Anspruchsdenken lösen, das wir an uns selbst haben, die überzogenen Erwartungen abstreifen und Gott nach Seinem Weg für uns fragen und Ihn um Seine Hilfe bitten, wenn wir nicht weiterwissen.

Den mal ehrlich: der, der perfekt ist, braucht keine Hilfe mehr, der braucht keine Unterstützung und keine Kraft. Die Pharisäer wollten einst, dass die Christen perfekt sind, und haben alles und jedes angekreidet, was Jesus und seine Jünger taten. „Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken!“, wird Jesus im Lukas-Evangelium in Kapital 5, Vers 31 zitiert. Dies waren klare Worte in Richtung der Männer, welche die Gebote Gottes zwar streng hielten, aber in ihrem Herzen keinen Glauben hatten. Meint ihr nicht, dass es da nicht viel besser ist, nicht perfekt sein zu wollen, und dafür immer zu wissen, Gott ist mit dir und von Herzen glauben zu können?

2 Kommentare

  1. Also die perfekte Gemeinde ist für mich diejenige die in der Liebe Gottes lebt.
    In den alten Bibelfilmen ist dies noch klar und deutlich zu erkennen.
    Ich musste erschreckend feststellen das gerade viele heutige Christen doch eher der Welt gleichen, als den Christen der Bibel.

    • Es gibt keine perfekte Gemeinde.
      Spätestens wenn du (oder ich) sie gefunden und ihr beigetreten bist (oder bin), ist diese nicht mehr perfekt.
      Es ist aber sehr wichtig für eine Gemeinde in der Liebe Christi zu leben.
      Und es gibt noch einen wichtigen Punkt für eine immer-besser-werdende Gemeinde (die perfekte gibt es ja nicht):
      Es ist sehr wichtig dass Jesus und die Bibel das Fundament der Gemeinde gründet und nicht die menschgemachte Vorschriften die von den großen Kirchen diktiert werden.
      Bin Gott dankbar, dass ich eine Gemeinde gefunden habe, die nicht perfekt ist, aber die es sich zum Programm gemacht hat, Jesus in den Mittelpunkt zu stellen und in seiner Liebe zu leben.

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